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Gehirn und Lernen

Inhaltsverzeichnis.

Fußnoten 1. Ausweislich des Human Development Index der Vereinten Nationen (einem Maß, in das außer dem Sozialprodukt pro Kopf auch die Lebenserwartung bei der Geburt, die Schuljahre sowie die Lese-und Schreibfähigkeit eingehen) rangiert die Bundesrepublik auf Platz 22 einer»Weltrangliste«, die von Norwegen angeführt wird. Neue Untersuchungsmethoden von Stoffwechselprozessen und der Wirkungsweisen von Botenstoffen im Gehirn mittels bildgebender Verfahren haben in den letzten Jahrzehnten zu Erkenntnissen geführt, die das Verständnis von der Art und Weise des Funktionierens des menschlichen Lernens verändert haben, gleichwohl viele der Mechanismen aus der.

Herzlich Willkommen!

Birgit Herzlichen Dank für Ihre wohltuenden Worte. Sie ersparen mir damit eine erneute Antwort an sofawolf. Krick Wir wissen ja, dass die Menschen verschiedenen Lerntypen zugeordnet werden können. Im Studium brachten mir Vorlesungen im herkömmlichen Sinn — einer redet und die anderen hören zu — überhaupt nichts. Um die Zeit nicht unnötig in einem Hörsaal verbringen zu müssen, nahm eine Gruppe von Studierenden die Vorlesung — natürlich nach dem Okay des Professors — auf.

Ich könnte Ihnen da über sehr interessante Erfahrungen berichten. Vor diesem Hintergrund — und damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht — bin ich für einen abwechslungsreichen Methodenmix, in dem die Rolle der Lehrkraft nicht an den Rand gedrängt wird.

Sie erwähnten in Ihrem Beitrag vom Ich verweise in diesem Zusammenhang gerne noch einmal auf den bereits genannten Prof. Krick, unabhängig davon, mit welcher Methode unterrichtet worden ist, können wir die Tatsache nicht ignorieren, dass wenige Jahre nach dem Abitur nur noch ein Bruchteil des Gelernten präsent ist. Warum beherrsche ich z. Jede r kann über derartige Phänomene berichten. Es hat Amerika geschockt und zahlreiche Diskussionen ausgelöst. An dieser Stelle würde es aber zu weit führen, näher auf das Buch einzugehen.

Ich kann es Eltern und Lehrern nur wärmstens empfehlen. Vielleicht dieser eine Satz daraus: Und damit komme ich zum angeblichen Mekka angeblich kindgerechter Betreuung und Pädagogik, nämlich zu Finnland, das traurige Berühmtheit dadurch erlangt hat, dass die Suizidrate seiner Jugendlichen eine der weltweit höchsten ist.

Auch die Kriminalität sowie Alkohol- oder Drogensucht junger Menschen liegt in Relation zur Einwohnerzahl weit über dem allgemeinen Durchschnitt. Wenn denn die schulischen Bedingungen in Finnland so himmlisch sind, wie Sie andeuten, dann wäre zu fragen, warum es den jungen Menschen in diesem Land so schlecht geht.

Hat es etwa ungewöhnlich schlechte Eltern? Und ähnlich wie in Finnland gibt es auch in Schweden Unrühmliches, an dessen Berichterstattung aber kaum Interesse besteht — besonders bei uns in Deutschland nicht.

Im Gegenteil, hier werden Finnland und Schweden weiterhin als Vorbilder für alles, was Betreuung und Schule ausmacht, über den grünen Klee gelobt — egal wie viele junge Menschen in Skandinavien unter Depressionen leiden und verhängnisvolle Auswege suchen.

Aber dieser Lernweg kann eben nur einer von vielen sein — und das an passender Stelle. Die jeweils passende Methode für die zahlreichen Lerninhalte und Schülergruppen auszuwählen, ist Aufgabe und Kunst des Lehrers. Sie kann sich sogar auf Grund spontaner Eingebung innerhalb einer Schulstunde zum Wohle der Kinder ändern. Darum gängle man sie doch bitte nicht ständig mit Systemen und Methoden, die durch Eigeninteressen aus Politik, Wirtschaft oder auch Wissenschaft immer wieder als Weisheit letzter Schluss hochgespült werden.

Prasuhn Ich stimme Ihnen wiederum voll zu. Ihr Beitrag ergänzt und vertieft meine vorher geschriebenen Zeilen. Ich hoffe, dass Sie am Ende meines Beitrags vom Unsere Kinder sind ja nicht gleich, haben unterschiedliches Vorwissen, lernen daher auch nicht zur gleichen Zeit das Gleiche und sollten daher die Möglichkeit bekommen, den optimalen Lernstil und das individuelle Angleichen der Lernstände selbst entfalten zu können.

Das selbständige Arbeiten im Team oder alleine oder in verschränkten Gruppenpuzzles oder im Lernatelier sind nur Elemente, die an der richtigen Stelle als förderliche Instrumente eingesetzt werden können.

Gruppendynamik und Vorteile der Instruktion werden halt eben nur im Lehrerteam so organisiert, dass die Freiheitsgrade verschiedener Lernstile schulintern organisatorisch optimimal abgestimmt werden können. Eine passende Definition und einige Unterrichtsbeispiele findet man hier: Während der Bearbeitung stehen dann Listen bereit, um jederzeit die individuellen Wissenstände mit den Zielvorgaben abstimmen zu können. Diese Transparenz bietet nicht nur die Grundlage für gegenseitigen Erfahrungsaustausch, sondern auch Halt im fortlaufenden Lernprozess.

Man kann sich diese ganzen Materialien auch nicht kaufen, aber die staatlichen Stellen für Lehrerfortbildung unterhalten zumeist kostenfreie Materialsammlungen, so dass man nicht ständig gezwungen ist, existierende Räder neu zu erfinden.

Trotzdem bin ich froh und dankbar, Herr Dr. Und um eine möglichst gute Mischung für ihre Schüler bemühen sich täglich unzählige gute Lehrerinnen und Lehrer. Möglicherweise ist ihre Feinabstimmung auf die ihnen anvertrauten Schüler sogar besser als eine Rezeptur, die für jeden überall in gleicher oder zumindest ähnlicher Weise Anwendung finden soll.

Mein Appell lautet weiterhin und immer wieder: Lasst den Lehrern mehr freie Hand, zwängt sie nicht in ein Methodenkorsett und vergeudet vor allem nicht ihre Zeit und Kraft durch bürokratische Aufgaben, die nur Aktenregale füllen, nicht aber die Köpfe der Schüler.

Daher hatte man sich zusammengerauft und nun schulintern ein klassen- und fächerübergreifendes SOL ab der Klassenstufe 5 auf die Beine gestellt. Was zunächst aus Gründen der Klassengerechtigkeit begründet wurde, hatte aber überraschende Nebeneffekte: Alle 5er-Klassen sind wesentlich leistungsstärker, organisierter und zufriedener als zurückliegende Jahrgänge mit teilweisem Einsatz von SOL. Was denken Sie, wenn 4 Jungs grinsend ihre Unterlagen packen und sich ins Lernatelier verkrümeln?

Sie hören aber nichts als leise Diskussionen… Mmmh, 4 Jungs sind vielleicht auch fähig, leisen Blödsinn anzustellen. Sie schicken also noch eines Ihrer Augen nach, um zu kontrollieren… Was sehen Sie? Nach einer Weile holen Sie schnell Ihre Sinnesorgane wieder zurück, weil die Jungs wieder mit ihren Unterlagen zurück zur Klasse streben. Dort angekommen fallen frohe, über beide Wangen grinsende Gesichter auf. Krick Schön und gut, was Sie hier so lebendig darlegen. Ich vermisse leider jedoch oft genug ein direktes Eingehen auf die Argumente z.

Deshalb kommen wir in der Sache kaum weiter. Ja, während meines Referendariats vor über 30 Jahren konnte ich guten Gewissens SchülerInnen in Gruppen arbeiten lassen.

Bilder in meiner Arbeit fürs zweite Staatsexamen beweisen es: Da sitzen Zehntklässler an sechs Fünfertischen und arbeiten sehr konzentriert an der Planung einer Unterrichtseinheit.

Es wurde so leise gesprochen, dass sich niemand gestört wurde. Heraus kamen tolle Ergebnisse. Mitte sitzen drei Gruppen an Vierertischen im Klassenarum. Trotzdem ist der Geäuschpegel noch relativ hoch.

Den Rest habe ich in Sichtweite im Schulgebäude verteilt. Mit allen SchülerInnen war Gruppenunterricht im Klassenraum nicht möglich. Glauben Sie mir, die Methode Gruppenunterricht wurde sehr gründlich eingeführt. Die Ergebnisse der Gruppenarbeit waren bescheiden, und eine kurz danach angesetzte kleine Lernkontrolle ernüchternd.

Partnerarbeit geht noch so gerade. Viele SchülerInnen können heute einfach nicht mehr flüstern. Das muss ich direkt üben. Mir ist tatsächlich auch aufgefallen, dass die Schüler nicht mehr flüstern können! Ich finde es auch seltsam und erschreckend, dass ganz banale Dinge wie das Flüstern nicht mehr so ohne weiteres zu funktionieren scheinen. Die Gruppen mit Bedarf an Vokabeltraining oder gegenseitigem Abfragen oder Ergebnisaustausch wandern in eines der Lernateliers, um die anderen Klassenkameraden nicht zu stören.

Meines Erachtens ist vor allem die Konzentrationsfähigkeit zurückgegangen. Es gibt eine interessante Arbeit aus Swing et al. Die Kinder sind daher auch kaum noch in der Lage, einen Text durchzulesen, ohne abzudriften. Eine nachfolgende Longitudinalstudie von Gentile et al. Ich denke, dass über kurz oder lang die Schulen — vor allem im Ganztagsbetrieb — die Erziehungsaufgaben mit erledigen müssen, um noch der Bildungsaufgabe gerecht werden zu können.

Diese werden von politischer und medialer Seite allerdings geschickt unter der Decke gehalten. Wen die schwedische Wahrheit interessiert, der lese hier nach: Hier ist er noch einmal: Das mag Ihnen zeigen, wie sehr ich ahnte, worauf Sie letzten Endes hinauswollen. Wie unwichtig nimmt sich dagegen alles Bildungsgeschwätz über SOS aus. Krick, Ihre ach so verständnisvollen und rührenden Worte bezüglich eines kinderfreundlichen und kindgerechten Lernens nehme ich Ihnen nicht mehr ab.

Sehr geehrte Frau Prasuhn, es gibt immer zwei Seiten derselben Medaille. Ich war früher skeptischer in Bezug zu Ganztagsschulen als heute.

In vielen Fällen macht es Sinn, wenn der Pädagoge die Lernarbeit der Kinder beobachten kann, anstatt dasselbe Kind damit über Hausaufgaben alleine zu lassen. Wenn die Ganztagsschule zu einer Ganztagstortur wird, macht es am allerwenigsten Sinn.

Oh ja, Herr Dr. Krick, dass Sie früher Ganztagsschulen skeptisch sahen und heute nicht mehr, ist der absolute Beweis dafür, dass diese einfach gut sind für Kinder. Nur harte Tatsachen können aus einem Saulus einen Paulus machen. Hüther — Neurobiologe wie Sie — ist ja sogar glühender Anhänger der Krippenbetreuung.

Ganztagsbetreuungen scheinen für die Neurowissenschaft geradezu ein Segen zu sein. Ist doch schön, wenn beide Seiten etwas voneinander haben. Je mehr fachmännischer Rat, desto schlechter schienen mir die erzieherischen Ergebnisse — sowohl in den Elternhäusern als auch Schulen.

Aber lassen wir das und schauen wir lieber nach vorn — besser gesagt: Kaum ein Politiker oder Erziehungswissenschaftler kommt heutzutage an diesem Land vorbei, das uns in seiner Entwicklung ca. Wer an ihr interessiert ist, kann hier nachlesen:. Ja, Ihre Aufgeregtheit berührt mich wenig. Seien Sie immer und solange empört, wie Sie empört sein wollen. Da gibt es keinen Zweifel. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

Jedem, der hier länger mitliest, fällt auf, wie die Beiträge von mehrnachdenken denen von pfiffikus gleichen. Hatte jener pfiffikus aber nicht schmollend und verärgert das Forum verlassen, weil ihm niemand Recht gibt, keiner auf ihn hört und sowieso alles nichts bringt. Nun ist er wieder da. Schon einmal schrieb jemand, dass der doch der Gleiche sei, der im 4teachers-Forum unter anderem Namen gegen alle anderen diskutierte.

Kompliment, wie wacker Sie sich hier schlagen! Ich bin nicht in allem Ihrer Meinung und z. Haben wir uns nicht alle auf das letzte Klingeln gefreut, weil das gefühlte wahre Leben jenseits der Schulmauern stattfand? Ganztagsschulen kommen doch in erster Linie den Erwachsenen zugute — getan wird aber so, als geschähe alles im Sinne der Kinder.

An einigen Sorgenkindern, für die eine Ganztagsbetreuung zweifellos gut ist, hängen wir ein angeblich allgemein gültiges Prinzip auf, das den Freiraum der jungen Menschen immer mehr einengt, so dass sie kaum mehr wissen, was Privatleben ist. Dafür wissen es die Erwachsenen umso besser. Befragen wir doch mal die Kinder selbst, welchen Schulschluss sie sich wünschen und tippen wir auf das Ergebnis. Ich traue mir zu, es im Voraus zu wissen.

Die Kinder fügen sich und proben ebenso wenig den Aufstand wie die Lehrer. Was verordnet wird, hat eben zu geschehen. Und so läuft das Ganze recht reibungslos und gilt als Funktionieren. Das habe ich bereits am Abend des Natürlich war ich froh, wenn mittags Schulschluss war. Das, was hier vielerorts als Ganztagsschule angeboten wird, spottet jeder Beschreibung. In einer gut funktionierenden GTS gibts es eine gute Mensa, die Möglichkeiten , die Hausaufgaben unter Betreuung zu machen und vor allem AGs zu besuchen, zu denen man sonst keinen Zugang hätte.

Davon sind wir noch meilenweit entfernt. So wie es hier in vielen Fällen läuft, hätte ich auch keine Lust, länger zu bleiben als nötig. Solange nicht mehr Geld in Bildung in Form von Lehrerstunden, Ausstattung, Doppelbesetzung bei Inklusion uvm gesteckt wird, können wir uns hier nen Wolf reden und kommen nicht weiter.

Gut funktionierende GTS gibts nicht zum Nulltarif. Jetzt noch einmal mit mehr kühlem Verstand als ehrlichem Aufbrausen: Sie zwingen den unvoreingenommenen Leser zumindest mich geradezu, Sympathie für den Angegriffenen zu empfinden und Antipathie gegen seine Angreifer. Würden Sie es denn für einen themenbezogenen guten Beitrag halten, wenn jemand behauptete: Diese kann man dann nochmals steigern durch die Andeutung weiterer Kampfgenossen: Beim Googlen habe ich folgende Erklärung gefunden: Die Diskussion um den Sinn oder Unsinn von Ganztagsschule führt im Grunde weg vom Ausgangsthema, das auf den Sinn eines kindzentrierten Unterrichts fokussiert war.

Die Qualität der Lernumgebung hat nur bedingt etwas mit deren zeitlichem Umfang zu tun. Man kann sowohl Halbtags- als auch in Ganztagsklassen der biologischen Funktionsweise von Kindergehirnen annähern.

In der oben erwähnten Robert-Bosch-Schule gibt es beide Zeitmodelle: Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass Kinder im Ganztagsklassenbetrieb dort! Davon profitieren vor allem Kinder, die im häuslichen Umfeld am frühen Nachmittag solch eine Unterstützung beim Lernen nicht vorfinden würden — aus welchen Gründen auch immer.

Auch Kindern in Halbtagsklassen wird anempfohlen, die anstehenden Lernaufgaben in häuslicher Umgebung den sonstigen Aktivitäten voranzustellen, um den Lerngegenstand möglichst zeitnah zum Unterricht aufzuarbeiten.

In beiden Fällen, egal ob Halb- oder Ganztagsschule, sind die Kinder also am frühen Nachmittag über derselben Lernarbeit vertieft. Ich wage zu bezweifeln, dass eine extreme Position hinsichtlich seelischer Schäden daraus abgeleitet werden muss, dass die Ganztagsschüler über 3 Stunden mehr Hilfe beim Lernen in Anspruch nehmen können. Wenn ein Schüler zu Hause bspw. Sie sieht im Unterricht nur das Ergebnis, so dass es schwieriger wird, die Lernmethode zu optimieren. Kinder mit Problenen bei Konzentration und Lernstrategie können daher meines Erachtens aus der Ganztagsschule profitieren.

Aber ich würde deswegen nicht einem Kind oder dessen Eltern vorschreiben wollen, welches Zeitmodell es nun präferieren müsste…. Ich habe ehrlich gesagt an dieser Diskussion wer mehrnachdenken ist oder nicht kein wirkliches Interesse.

Solche Schlagabtausche bringen sowieso nichts. Meine Antworten waren nur eine Replik darauf, also die Verteidigung auf einen persönlichen Angriff, wie Sie so schön formulieren, die ich für mich auch legitim und verständlich finde. Wen Sie hingegen sympathisch finden und wen nicht, da rede ich Ihnen nicht rein.

Man findet ja immer die Meinung gut, die der eigenen am meisten gleicht. Und es spielt ja auch keine Rolle. Und wie wer-auch-immer meinen Nicknamen findet, finde ich auch nicht besonders relevant. Denken darf jeder, was er will. Ob sich hinter mehrnachdenken jemand befindet, der wirklich mehr nachdenkt als andere, ist eine Frage, die ich dem Mitleser überlasse. Und danke für Ihre ausführliche Antwort! Falls Ihr Kind in dieselbe Schule geht, würde ich an Ihrer Stelle daraus ein weiteres Argument für ein persönliches Engagement in diese Richtung ableiten….

Ihr Beitrag vom Ich würde Sie glattweg als Verteidigerin engagieren, lach. Ich stimme Ihnen ausdrücklich zu, dass die Diskussionen nicht so wichtig genommen werden sollten. Mir persönlich gefallen nicht nur Meinungen, die meiner Auffassung entsprechen.

Es kommt schon vor, dass mir andere Argumente helfen, einen Sachverhalt anders zu beurteilen. Sie sollten auch darauf hinweisen, warum es in der Tat so aussah, als ob ich Ihnen vorschreiben wollte, was Sie zu kommentieren haben. Dann sollten Sie nicht unerwähnt lassen, dass ich mich in aller Form bei Ihnen dafür entschuldigte.

Nachtrag Der Disput mit sofawolf ist hier nachzulesen: Wie leicht zu erkennen ist, bin ich eine ausgesprochene Gegnerin ständig wachsender institutioneller Betreuung — vor allem der in Krippen. Mir tun die Kinder einfach leid, weil ihnen so vieles von dem fehlt, was allein in natürlichen Lebensgemeinschaften wie den Familien erlebt wird, nicht aber in Netzwerkfilialen wie Kitas und Schulen, die nur einen Teil des Kindes erfassen und ansprechen.

Und dieser ist dann auch noch — je nach Ideologie und Zeitgeist — wechselnder Interpretation und Bewertung unterworfen. Natürlich haben Sie aber Recht mit der Feststellung, dass die Ganztagsschule wegführt vom eigentlichen Thema. Ich war darum auch etwas überrascht, als Sie plötzlich auf diese zu sprechen kamen.

Darum zurück zum Thema SOL! Am meisten experimentierten wir im Bereich der Hausaufgabenbetreuung. Dennoch konnten wir bis zum Schluss keine allseits zufriedenstellende Lösung finden. Dabei wird schon auf den menschlichen Biorhythmus keine Rücksicht genommen, wonach die Leistungskurve bei uns Menschen in der Mittagszeit physiologisch bedingt abfällt.

Als junger Mensch erledigte ich meine HA immer nach dem nachmittäglichen Spielen i. Als ich älter war, legte ich mich für eine Weile hin. Leise klassische Musik empfand ich als sehr angenehm und inspirierend während der Hausaufgabenphase. Allerdings konnte ich Aufsätze nur bei absoluter Ruhe schreiben. Ist diese Individualität im Ganztagsbetrieb auch möglich? Kann diese wünschenswerte individuelle Betreuung nachmittags geleistet werden?

Mit der Erledigung der HA ist es ja oft nicht getan. Es handelt sich oft genug um eine gut getarnte Massenabfertigung. Allerdings, und das möchte ich ausdrücklich noch hinzufügen: Das Kind kann also entscheiden, wann es wo was mit wem am besten lernen kann. Krick Danke für die Links. Ich habe dargelegt, wie — natürlich mit örtlichen Abweichungen — der Ist-Zustand deutscher Ganztagsschulen aussieht. Also würde ich mich freuen, wenn Sie darauf eingingen.

Allein durch diesen räumlichen Abstand freute ich mich meistens wieder auf den nächsten Tag. Wir damals waren noch häufiger im Freien mit raungreifenden Spielen beschäftigt. Es gab auch insgesamt mehr Kameraden in der Nachbarschaft und mehr Geschwister, weil es insgesamt mehr Kinder gab. Es gab ein allgemeines Vertrauen darauf, dass die Zukunft geeignete Perspektiven für jeden bereithalten würde. Die Familienstrukturen waren noch ein wenig intakter.

Wir mussten auch nicht ständig über das Smartphone kontrollieren, wer was in Facebook über wen gepostet hatte, und es gab zudem nur 3 Fernsehsender… Dadurch waren Lesebücher noch spannender als heute. Während der Hausaufgaben von Halbtagsklassenkinder konkurrieren diese digitalen Verführer mit den Schulbüchern — und es ist oftmals keine Frage, wer gewinnt.

Je früher ein Kind mit digitalem Spielzeug in Kontakt kommt, umso umfangreicher ist im Mittel dessen Gebrauch in der Klassenstufe 5. Inzwischen kann man am Medienkonsum ablesen, in welche Schulform ein Kind geht. Das sind harte Fakten aus zurückliegenden Studien. Dort werden auch gemeinsame Bewegungsspiele wiederentdeckt, die früher in unserer Schulzeit das Geschehen auf Wiesen, Bolzplätzen und Gehwegen dominierten.

Zudem wird die örtliche und zeitliche Flexibilität mehr eingefordert als früher, so dass die familiäare Betreuung der Kinder, wie sie Frau Prasuhn gerne häufiger sehen würde, schwieriger geworden ist.

Die staatlichen Schulen müssen sich daher mit den Problemen derjenigen Kinder, die hier und heute da sind, auseinandersetzen, weil sich nur Privatschulen die Kinder aussuchen können. Man kann sich nostalgisch an frühere Zeiten festhalten, aber die sind nun mal vorbei.

Daher gilt es, mit Weitblick, Verstand und Herz das Beste aus der verordneten Schulbildung zu machen. Dabei finde ich, dass dies die Lehrpersonen vor Ort besser können als ministeriale Vorgaben. Somit plädiere ich dafür, lieber eine innere Reform der Lern- und Unterrichtskultur zu stemmen als resignativ solch einen Prozess schulfremden Behörden zu überlassen. Ich fürchte, dass nicht jede Schule sofort etwas mit diesem neuen Gestaltungsfreiraum wird anfangen können, aber vielleicht macht es ja Mut, dass es — wie im Bericht oben geschildert — gelingen kann, eine für Kinder attraktive Schulumgebung mit anscheinend positiven Anreizen und förderlichem sozialem Miteinander zu schaffen.

Scheitert es nur am Geld oder werden die Mängel nicht gesehen? Bereits die nächste Generation verhielt sich erkennbar anders — m. Selbst Hochschulabsolventen finden häufig genug keine sofortige Anstellung, und wer denkt schon als ständiger Praktikant an eine Familiengründung?

Trotzdem meine ich, dass es in unserem reichen Staat möglich sein sollte, Familien zumindest in den ersten drei Jahren finanziell so auszustatten, dass die Babys und Kleinkinder im häuslichen Umfeld bleiben können.

Frauen und Männern brauchen dafür eine Beschäftigungsgarantie. Es kann doch nicht sein, dass sich alles nur nach dem Arbeitsmarkt richten muss. Dafür braucht es sehr kreative Ideen aller gesellschaftlichen Gruppen. Was ich beobachte — flächendeckende Kitas — halte ich für sehr einfallslos und überhaupt nicht familienfreundlich!!

Möglicherweise ist das von Ihnen skizzierte Modell eine von zahlreichen Optionen. Krick, dieses Mal sind Sie freundlicherweise auf meine Punkte eingegangen. So gefällt mir eine Diskussion. Aber ich muss gestehen, dass ich keine schlaue Antwort darauf habe. Wenn der besagte Schlaumeier die Ausgaben der Bildung pro Kopf von derzeit ,- Euro pro Jahr dann teilweise natürlich! Und den Lehrerkollegen, die es stemmen, offensichlich ebenfalls, zumal damit zugleich nicht nur die Sozialkompetenz der Schüler steigt, sondern auch das kollegiale Miteinander im Lehrerteam verbessert wird.

Auch ich stehe Ganztagseinrichtungen ablehnend gegenüber. Mag sein, Herr Dr. Krick, dass SOL sie etwas nachbessern kann, doch warum eine falsche Schulform nicht abschaffen oder nur für Notfälle bereithalten als partout an ihr festzuhalten? Hier ist der Beweis:. Es würde mich nun sehr interessieren, wie Sie ein in sich konsistentes Modell von Schule skizzieren würden, das in der heutigen gesellschaftlichen Lebenswirklichkeit weitgehend alle Schulkinder im Halbtagsbetrieb so auffängt, dass sie weder an mangelnder Selbstdiziplin, noch an Sprach-, Betreuungs-, Management- oder Aufmerksamkeitsdproblemen verzagen müssen.

In den nichtgymnasialen Schulformen werden Sie aufgrund der Selektionsweise unserer Grundschulen ja viele Kinder vorfinden, die in diesem Fall am Nachmittag wegen abweichender Muttersprache oder Arbeitssituation oder Bildungslücken im Elternhaus auf Nachhilfeinstitute ausweichen müssten. Neben dem Vereinswesen würden sich diese Einrichtungen natürlich auf Ihre Ideen freuen. Wie würden Sie denn mit der traditionellen Halbtagsschule und deren Unterrichtsqualität des vorwiegend instruktiven Lehrkonzepts der problematischen Situation dieser Kinder gerecht werden können?

Dort geht es ihnen nicht zuletzt dank Sol dann so richtig gut. Trauen Sie sich deshalb nicht, Ihre Vorstellungen zu skizzieren? Die Adresse habe ich bei http: Der von mir schon mehrmals genannte Prof. Hilbert Meyer kommt in dem Beitrag auch vor. Krick, besonders genau sollten Sie lesen, was über Finlannd geschrieben wird. Irgendwie steht das in krassem Gegensatz zu dem, was Sie hier bisher dargelegt haben. Der wesentliche Vorteil des finnischen Systems ist, dass die Kommunen die Lehrer selbst einstellen u n d k ü n d i g e n können.

Das ist die Voraussetzung für die dortige Lehrleistung, der die Lernleistung selbstverständlich folgt. Dort müssen Sie die Startseite aufrufen. Krick Vielleicht lesen Sie mal hier: Birgit Das ist doch der Link, auf den ich am Ihren Link habe ich doch einfach nur übersehen.

Problemorientierter oder offener Unterricht — die ganze moderne Pädagogik stiftet wenig Nutzen. Am besten ist noch immer moderner Frontalunterricht, fanden Forscher heraus.

Den ganzen Artikel finden Sie hier: Mich würde jetzt sehr interessieren, was Herr Dr. Schade, seit Mitte Dezember hat er sich nicht wieder gemeldet.

Ich wage mal eine These: Je freier das Lernen ist, desto besser lernt man, was man lernen will, aber desto schlechter, was man nicht lernen will. Freies Lernen funktioniert also sehr gut bei dem, was ein Kind lernen will, weil es sich dafür interessiert.

Alles andere aber fällt hinten runter und nun müssen wir uns entscheiden: Es käme einer Bankrotterklärung der Erziehung gleich, wenn den Kindern nichts mehr abverlangt würde, das gegen ihr Lustgefühl geht, aber wichtig fürs Leben ist. Ich meine, wir leben als Menschen mit anderen Menschen zusammen und da kann nicht immer jeder tun, was er tun will und nicht tun, was er nicht tun will. Man muss lernen, aus jeder Situation das individuell Beste zu machen. Ein Kind muss in der Schule auch aushalten, dass etwas mal nicht so interessant ist, dass etwas mal anstrengend ist, dass es mal einen Misserfolg hat, denn niemand wird im Leben immer der Beste sein und immer nur Erfolg haben und nur machen können, was ihm gefällt.

Gestandene Bildungsforscher wie der Präs. Nicht nur der deutsche Beamte mag keine Veränderungen. Dort wurde mir gezeigt, wohin beharrliches Festhalten an überkommene Methoden führt. Mit den Deutsch-LehrerInnen war nur sehr schwer Kontakt aufzunehmen. Nach einigen Hospitationen war mir das Problem klar. Die DeutschlehrerInnen konnten kaum Deutsch. Das wollten sie verbergen. Der Deutschunterricht wurde auf Russisch gehalten.

Diese Regeln konnten sie auch auf Kommando runterrasseln — auf Russisch natürlich. Ich habe mich an meinen Lateinunterricht erinnert gefühlt — ob der wohl heute auch noch so funktioniert? Einmal hospitierten Lehramtstudenten letztes Semester Deutsch bei meinem Unterricht. Nach dem Unterricht fragte ich eine Studentin wie ihr mein Unterricht gefallen habe.

Ich formuliete die Frage also um: Wieder längeres, etwas peinliches Schweigen. Jedenfalls brauchen wir in Deutschland uns um Lehrerausbildung, Lehrerleistung, Methodik und Didaktik so schnell keine Gedanken machen. Es ging ihnen, wie immer in diesen Fällen, einzig um die Schüler. Aus der LehrerInnen-Seite http: Dies kann auch für beamtete Lehrerinnen und Lehrer gelten bspw. Es mag sein, dass manche Fakten Ihnen nicht gefallen. Das hat aber nichts mit Hetze zu tun.

Im internationalen Vergleich verdienen Lehrpersonen in Deutschland sehr gut:. Ich lese gerade in der heutigen SZ auf S. Herr Ulbricht lehnt seine Verbeamtung ab. Er findet es sinvoller, die Schüler nicht von einem Beamtenpodest aus auf das Leben und den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Führen und Lehren durch Beispiel nennt man das.

Die gute alte Methode, durch die Werte immer noch am besten vermittelt werden. Das wäre doch ein schlechtes Beispiel, gerade mal geeignet für eine H4 Karriere. Sollten Sie gegen weitere Berufsangehörige ein Ressentiment haben z. Wie kommen Sie nur darauf, dass ich etwas gegen Lehrer hätte? Hätte ich dann den Lehrer A. Wenn ich mich, als Beispiel, gegen den unzureichenden Ausbau von Radwegen wendete, hätte ich also etwas gegen die Berufsgruppe der Strassenarbeiter?

Der Logik vermag ich nicht zu folgen. Sich umzusehen, wie eigentlich die PISA-Topperformer einerseits und Abgeschlagene andererseits Schule, Lehrerausbildung und -beschäftigung organisieren, wird doch wohl noch erlaubt sein.

Vorwissen ist bekanntlich die beste Voraussetzung zum Lernen. Demzufolge macht es wenig Sinn, Kinder ohne Vorwissen mit irgendeinem Lernmaterial zu traktieren. Da wir soziale Lebewesen sind, kann die direkte Kommunikation eine sehr gute Methode zum Schaffen von Vorwissen sein. Das Problem in einer Schulklasse besteht nun aber darin, dass unterschiedlich vorinformierte Kinder unterschiedlich gut oder lange den Ausführungen der Lehrperson folgen können.

Man kann Kinder noch viel schwerer als erwachsene Studenten in der Aufmerksamkeitssteuerung synchronisieren. In Finnland wird seit Jahrzehnten sehr stark zusätzlich gefördert, wenn ein Kind im Untericht nicht mitkommt. Kindern fehlt oft die Konzentrationsfähigkeit und die Arbeitsgedächtniskapazität, um einen stundenlangen Informationsfluss zu verarbeiten — geschweige zu memorieren.

Das ist auch bei Studenten nicht anders, aber diese können mitunter auf ein umfangreicheres Vorwissen bauen, um Lücken zu interpolieren. Klar, das ist auch durch ein straffes Regel- und Sanktionssystem zu erreichen, aber deswegen wird nicht besser gelernt. Eine andere Möglichkeit ist das Aufrechterhalten einer gebannten Neugierhaltung, indem der Lehrer ein toller Entertainer ist.

Krick Schön, dass Sie sich wieder gemeldet haben! Vor allem freut mich dieser Satz: Es soll sogar Studienseminare geben, die den zukünftigen Lehrkräften einreden wollen, dass Ergebniskontrollen nicht notwendig seien. Es wird auf die intrinsische Motivation bei den SchülerInnen verwiesen, wonach sie das schon selbstständig erledigen würden.

Wir wissen alle aus eigenen Erfahrungen, dass es schwierig ist, einem Vortrag von mehr als 10 Minuten konzentriert zu folgen. Das habe ich auch nicht in meiner Schulzeit erlebt, die nun schon sehr lange zurückliegt. Schon damals war der Unterricht in verschiedene Phasen eingeteilt: Einstieg, Erarbeitung, Auswertung und Festigung.

In der Auswertung wurden die Ergebnisse verglichen und besprochen. Die Lehrerperson stand aber in allen Phasen im Mittelpunkt des Unterrichtes. Zum Schluss noch ein Gedanke, den Sie mir aus neurowissenschaftlicher Sicht evtl. Ganz egal, mit welchen Methoden oder Unterrichtsformen gelehrt und gelernt wird, viel haben wir in kürzester Zeit wieder vergessen.

Ich habe erlebt, dass sich SchülerInnen noch nicht einmal an Lernstoff erinnern, der einen Tag zurückliegt. Das passiert auch, wenn sie den Inhalt nachträglich in Form von Übungen vertiefen. Die Lehrkräfte können davon ein Lied singen, wenn der Unterricht nach den Sommerferien wieder beginnt. Oft genug sieht es dann so aus, als ob die SchülerInnen niemals in der Schule waren.

Untersuchungen zufolge haben viele von uns wenige Jahre nach dem Abitur nur noch ca. Dabei ist es offensichtlich unerheblich, ob mich der Lernstoff interessierte oder nicht. Die binomischen Formeln kenne ich auch heute noch, obwohl Mathematik mich nun nicht unbedingt begeisterte, und ich nach der Schulzeit niemals mehr darauf zurückgreifen musste. Dafür habe ich aus dem Fach Chemie so gut wie nichts mehr behalten, obwohl es mein Lieblingsfach war.

Deshalb stelle ich das System Schule ja auch grundsätzlich infrage. In diesem System gelingt es heutzutage ja nicht einmal, allen SchülerInnen die Kulturtechniken Lesen, Rechnen und Schreiben sicher beizubringen. Viele verlassen die Schule als Analphabeten. Wenn wir die Kulturtechniken sicher beherrschen, hilft uns das schon sehr gut, den Alltag zu bewältigen. Ihr Kommentar gefällt mir, mehrnachdenken.

Sie sprechen immer wieder Dinge in einer Weise aus, die auch mich kritisch beschäftigt. So ist meiner Meinung nach z. Alles andere ist mehr oder weniger wichtiges Kürprogramm. Leider haben die Verantwortlichen in den letzten Jahrzehnten modische Küren immer stärker in den Mittelpunkt gerückt und die Pflichten vernachlässigt.

Sich mit immer Neuem zu schmücken ist nicht den Schülern zugute gekommen, sondern den vollmundigen Erfindern neuer Ziele und Methoden. Die Schüler hatten hingegen das Nachsehen, denn es stimmt, was Sie sagen: Andererseits kenne ich die Fakten bezüglich der Entwicklung des prozentualen Anteils der funktionellen Analphabeten in der Bevölkerung nicht. An meiner alten Volksschule, drei Klassenräume, drei Lehrer für Klasse , kamen nur einige wenige bis zur 9.

Obwohl sich heute Schülerschaft und Kultur, mehr noch die Jugendkultur, radikal geändert haben, stösst Innovation an Schulen und in der Lehrerschaft gebetsmühlenartig auf Widerstand.

Ein Satz wie aus Ihrem Post: Neues per se abzuwehren und schlecht zu machen, würde dort noch nicht einmal als schlechter Witz verstanden werden. Es interferiert in alle Fächer, auch Mathematik. Man kann sagen, dass mangelnde Sprachbeherrschung und daraus resultierende mangelnde Begriffs- begreifen!! Es gibt noch nicht einmal eine Forschung zur vergleichenden Linguistik zwischen Deutsch und dem grössten fremdsprachigen Schüleranteil, den muttersprachlich türkisch Sprechenden, die Eingang in die Lehrer- und Erzieherausbildung findet.

Da kann man nur staunen. Wie wollen die diesen Kindern Deutsch beibringen? Osmose scheint die Didaktik der Wahl zu sein. Dabei sind die oft genug nur eine Minderheit in der Klasse. Ich möchte aber jedem Lehrer empfehlen, nach jähriger Unterweisung in einer fremden Sprache, sich einen Fachvortrag in dieser Fremdsprache anzuhören. Und hinterher, wenn man trotz Anstrengung 30mal den Faden verloren und nichts verstanden hat, gesagt zu kriegen: Nathalie Vielen Dank für das Kompliment, das ich aber auch Ihnen aussprechen kann.

Schön, so ein Lob zu lesen, bin ich doch auch schon bei News4teachers nicht gerade freundlich behandelt worden. Bekanntlich wird in Niedersachsen am Dort ging es auch kurz um die Bildungspolitik. Wer sich ein wenig bei den Parteien auskennt, hat nichts Neues erfahren. Über ähnliche Mogelpackungen und Tricksereien haben wir in diesem Forum auch schon geschrieben. Da finde ich die Bezeichnung Sekundarstufe für einen ähnlichen Zusammenschluss in NRW neutraler und damit sympathischer.

Gesprochen wurde aber nicht darüber, was hier im Forum z. Es liegt natürlich auch an den fragenden Journalisten, die offensichtlich wenig Ahnung gehabt haben. Dabei wissen wir doch alle, dass gescheiterte Gymnasiasten dort ganz locker das Abi schaffen. Warum wird nicht danach gefragt, wie es sein kann, dass so viele Analphabeten die Schulen verlassen oder die Kulturtechniken nicht sicher beherrscht werden?

Warum wird nicht danach gefragt, welchen Wert das Abitur in einigen Bundesländern eigentlich noch hat, wenn zu viele Studienanfänger noch nicht einmal richtig schreiben und formulieren können? Auf die Antworten wäre ich gespannt. Erfolgreiches Lernen findet im Kinderkopf statt. Das Problem der geringen Kompetenz von Schülern trotz jahrelangem Unterricht hatte ich gerade heute wieder mit einem Schulleiter diskutiert.

Er schilderte, dass etliche Jugendliche in der 9. Klasse zwar einen Text Buchstabe um Buchstabe vorlesen könnten, ohne aber nachher zu wissen, was sie da gelesen haben.

Dieses Defizit beim Sinnentnehmen wirke sich dann auch auf Textaufgaben in Mathematik aus. Bei Rechenaufgaben können diese Jugendlichen durchaus vorexerzierte Aufgaben in der demonstrierten Art und Weise nachahmen, aber sie könnten nachher nicht erklären, welche Regelmechanismen dabei angewendet wurden. Selbst bei kleiner Änderung des Aufgabentyps sind diese Jugendlichen dann hilflos. Im Grunde genommen bedeutet das, dass die betreffenden Schüler nicht wissen, was sie in der Schule für welche Intention überhaupt durchführen.

Die Schüler lernen nichts, weil es kein vorhandenes Wissensgerüst gibt, an das neue Erfahrungswerte oder neue Regeln angeknüpft werden können. Selbst kurzzeitig erlerntes Wissen hat daher den Charakter von losen Blättern im Wind… — Wenn nachhaltig gelernt werden soll, sollten aus meiner Sicht folgende Kriterien beherzigt werden: Beispielsweise erkennen Sie in jedem Raum eine Sitzgelegenheit, auch wenn Sie noch nie in dem betreffenden Raum waren und auch noch nie das betreffende Möbelstück zuvor gesehen haben.

Das war damals so ähnlich wie heute der Bundestag. Solche Sinneinheiten oder Bedeutungen müssen unbedingt als Vorwissen vorangestellt werden. Ein finnischer Lehrer brachte seinen Untericht auf den Punkt: Ein normal begabter Mansch kann sich 4 Informationen gleichzeitig merken. Ein Satz aus mehr als vier Worten muss daher über verinnerlichte Regeln zu Sinneinheiten zusammengeschmolzen werden. Wenn das noch nicht geht, ist jedes Wort eine verbale Information — und das Arbeitsgedächtnis läuft über… Das Üben des Zerteilens von Sätzen in Sinneinheiten ist daher eine Übung, die für das Lösen von Textaufgaben oder für das Verfolgen eines Textflusses unerlässlich ist.

Dasselbe passiert bei der Entwicklung eines Tafelbilds, das zugleich wortreich erklärt wird und gleichzeitig abgeschrieben werden soll. Die Inhalte können nachher in gemeinsamer Diskussion abgeglichen und vervollständigt werden. Zusammen Errecichtes in der Gruppe wirkt daher besonders stark, weil sich die Gruppenmitglieder gegenseitig das Erfolgserlebnis spiegeln.

Dabei ist es aber wichtig, diese Bewertungen altersgerecht anzubringen, da junge Kinder aus Fehlerkritik weniger gut Regeln zum Verbessern der Leistung ableiten können im Vergleich zu reiferen Jugendlichen. Normalerweise mögen Kinder ihre Noten, wenn diese anspornend ins Spiel gebracht werden. Das lässt sich ausnutzen, in dem man in einer Lerngruppe Schüler mit unterschiedlichen Kompetenzen mischt, so dass der erreichte Wissenstransfer für die gesamte Gruppe als Lernerfolg verbucht wird.

Die Unterschiedlichkeit der Kompetenzen kann man zuvor steuern, indem man vorher die Klasse teilt und zwei verschiedene Techniken oder Aufgaben trainieren lässt. Krick Ja, was Sie schreiben, regt zum Nachdenken an. Ich formuliere einmal Folgendes: Phänomen des Vergessens nicht vollkommen entziehen können. Krick Vieles von dem, was Sie sagen, ist auch meine Meinung.

Einiges aber auch nicht. Alle Kraft und Konzentration gehen allein in das Bemühen, die Technik hinzukriegen. Daneben auch noch den Sinn des Gelesenen zu erfassen, ist schier unmöglich. Das bedeutet aber nichts anderes als dass die Kulturtechnik Lesen in den Schulen zu wenig geübt und automatisiert wird.

Sinnerfassung ist erst dann möglich, wenn mangelnde Technik kein Hindernis mehr darstellt. Krick gehen davon aus, dass die Schüler dieses beherrschen und nur die schriftlichen Informationen nicht genügend im Gedächtnis speichern können. Nein, viele Schüler entnehmen einem Satz erst gar keine Information, weil die mangelhafte Beherrschung der Lesetechnik sie schon an den Rand der Verzweiflung bringt.

Ähnlich dürftig sieht es mit dem Schreiben und Rechnen aus. Das aufwendige und zeitraubende, aber unbedingt notwendige Üben auch dieser Techniken wurde in den letzten Jahrzehnten zunehmend vernachlässigt.

Es geht auch anders.. Wie ist es möglich, hier im Forum die Nacht zum Schreiben zu nutzen und am Tag fröhlich den Kindern das Lesen und dergleichen mit Geduld zu vermitteln? Wenn Sie mal hinterfragen, inwiefern die Inhalte des Chemie-Unterrichts für Ihre Lebenswirklichkeit relevant ist, dann müssten Sie sich doch arg den Kopf darüber zerbrechen, oder…?

Wir stopfen den Lehrplan voll mit Details, die eigentlich von den wesentlichen Bedeutungen, Regeln und Beziehungen unserer Welt ablenken. Wahrscheinlich würden Sie an Zitronen oder Sauerkraut denken. Das Lesen beruht auf einer dualen Leistung: Klangbilder erkennen und Wortbilder erinnern. Die Wortbilder werden übrigens dort verarbeitet, wo wir als soziale Lebewesen Gesichter wiedererkennen.

Je häufiger wir eine Person gesehen haben, umso leichter werden wir dem Gesicht einen Namen geben können. So funktioniert auch lesen. Dazu muss man dieses Wiedererkennen anhand von Text natürlich entsprechend häufig wiederholen.

Und das passiert eben nicht mehr, weil die Kinder immer weniger freiwillig lesen. Man beschafft ein Bild zum Lesetext und bespricht das Bild mit den Schülern. Schwierige oder evtl unbekannte Wörter führe ich in dieses Gespräch ein und lasse die Schüler diese Wörter möglichst benutzen. Ebenso verfahre ich mit im Text auftauchenden evtl unbekannten grammatischen Konstruktionen. Eine besondere Schwierigkeit des Deutschen ist der wechselnde Satzbau. Im Englischen erkenne ich das Subjekt sofort an seiner Satzstellung.

Im Deutschen nützt mir das Klangbild bspw. Ich muss bis zum allerletzten Buchstaben ganz genau lesen. Sinnentnehmend Sätze und Texte lesen ist eine hohe Kunst im Deutschen. Krick Was Sie schreiben, trifft für das Fach Chemie bei mir nicht zu. Wir hatten einen Chemielehrer, der uns das theoretische Rüstzeug vermittelte, damit wir z.

Jeden Versuch konnte ich ohne Probleme in einer Formel darstellen. Ich beherrschte den Lernstoff sogar so sicher, dass ich auch überraschend geschriebene Klausuren gut bewältigte. Da war ich übrigens zur damaligen Zeit nicht der Einzige. Deshalb bin ich ja so verblüfft, dass ich nichts — oder ich sollte evtl. Unser Chemielehrer wusste offensichtlich bereits in den 70er Jahren, auf welche Lernstrategien es ankam.

Der Prozess des Lesens ist natürlich als Voraussetzung zu trennen von der semantischen Verarbeitung der Inhalte. Der erste Verarbeitungsschritt variiert interkulturell mit der Art der Schrift. Und — da haben Sie ganz recht — der zweite Prozess variiert in der mentalen Anforderung mit der Komplexizität der jeweiligen Grammatik einer Sprache.

Kluge Ideen konvergieren also immer wieder auf dieselben Strategieb…. Ich lehne Neues auch nicht per se ab. Eventuelle Fehlentwicklungen werden in der Regel schnell erkannt und beseitigt. Hier wäre es unmöglich, dass sich Untaugliches durch Schönreden am Markt behauptet.

Bei der freien Wirtschaft ist es ähnlich — allerdings nicht in der Finanzwirtschaft und erst recht nicht in der Staatswirtschaft. Letztere kennen auch Neues zur Genüge, das bewährtes Altes nicht verbessert, sondern durch Neues verschlimmert hat, was aber oft erst nach Jahren und Jahrzehnten offen zutage trat und eingestanden werden musste.

In der Pädagogik sieht die Schönrederei falschen Tuns besonders schlimm aus, weil die Profiteure von Reformen oft nicht die Schulen und Schüler sind, sondern Politiker mit ihrem Durst auf Profilierung durch Neues sowie Fachleute, die davon leben, dass sie Altbewährtes in Frage stellen, um Änderungen durchzuführen, an deren Entwicklung und Einführung sie beteiligt sind, diese begleiten und oft auch von der Erstellung neuen Lernmaterials profitieren.

Für mich ist das Feld der Pädagogik eins der missbrauchsanfälligsten, das es gibt. Wir müssten inzwischen Weltmeister in Sachen Bildung sein, wenn Neuerungen hier so funktionierten wie in der Ingenieurswissenschaft.

Weltmeister in Sachen Schulleistung waren wir nachweislich vor 50 Jahren. Danach gaben sich die Reformen in immer kürzeren Abständen die Klinke in die Hand und es ging kontinuierlich bergab statt bergauf. Nein, Neues lehne ich in der Pädagogik nicht grundsätzlich ab, aber ich beobachte es kritisch und lasse mich erst dann überzeugen, wenn es mir einleuchtet und vor allem gute Ergebnisse zeigt.

Januar Ich teile Ihre Ansicht, Nathalie. Meiner Meinung nach hängen der Filz und die Korruption im Bildungsbereich nicht zuletzt mit dem staatlichen Bildungsmonopol zusammen.

Auch wenn es immer mehr Privatschulen gibt, die sich aus gutem Grund wachsender Beliebtheit erfreuen, so stellen sie doch noch längst keine echte Konkurrenz dar, weil sie vom Geldbeutel der Eltern abhängen und zu wenige sie sich leisten können.

Es ist typisch für das Mini-Bundesland Bremen, das es bisher erfolgreich Privatschulen durch Gerichtsbeschlüsse verhindern konnte und zugleich die rote Laterne bei vergleichenden Tests von Schülerleistungen hält.

Sagt uns das nicht alles über die Qualität von Erneuerungen im staatlichen Bildungsbetrieb? Nichts ist so beständig wie ein Vorurteil: Bremen hat mit ca.

Demnach müssten wir in unserem Bundesland der Aussage von wetterfrosch folgend bei Pisa immer total gut abschneiden. Die vorstehenden Debattenbeiträge sind ganz typisch für unseren Berufsstand. Fakt ist doch, dass wir in den klassischen Unterrichtsformen die SuS immer weniger erreichen, weil die heutige Gesellschaft eine andere als die vor 20 Jahren ist und auch in 20 Jahren anders aussehen wird.

Das Kollegium an der Schule, an der ich gearbeitet habe, hat bereits vor gut 15 Jahren damit begonnen, die Selbstverantwortung der SuS in den Lernprozessen erheblich wesentlich zu steigern. Es handelt sich übrigens um eine Berufsschule aus dem Bereich der Ausbildung gesundheitlicher Fachberufe im Dualen System.

Die Unterrichtsform wurde u. Durch diese Entwicklungen hat sich das Lernverhalten der SuS deutlich verbessert und das gleiche gilt für die Ergebnisse. Durch die mit diesem Prozess verbundene Teamarbeit sind die Lehrkräfte auch etwas aus ihrer Einzelkämpfersituation herausgekommen, was sie überweigend positiv beurteilen. Der Leistungsstand der Auszubildenden wird am Ende der Ausbildung extern durch die Kammern überprüft und siehe da, die sind zufrieden.

Im Rahmen einer externen Evaluation der Schule www. Die Steigerung der Selbstverantwortung in den Lernprozessen ist im Bereich der Beruflichen Schulen sehr breit angelegt, weil durch die Bundesrahmenpläne der Lernfeldunterricht sogar institutionell vorgegeben ist.

Natürlich nutzen die Bertelsmänner und Co die gesellschaftlichen Veränderungen, um ihre kommerziellen Interessen durchzusetzen. Wenn dieses eben nicht durch die Kollegien passiert, wird damit den Bertelsmännern erst recht Tür und Tor geöffnet, weil dann die Kollegien nur noch deren Angebote mangels eigener Vorstellung konsumieren können. Hallo, ich lebe seit nahezu zehn Jahren in Schweden.

Ich habe meine Enkel insgesamt von der Vorschule bis jetzt zum Abitur begleitetund arbeite als Muttersprachlehrer für Deutsch in verschiedenen Schulen. Dabei konnte ich mir einen guten Einblick in die Methode des selbständigen Lernen, wie es hier üblich ist, bekommen.

Ich denke, dass 1. Damit nicht erst in der fünften Klasse anfangen kann, sondern daram müssen die Kinder schrittweise von der Vorschule an gewöhnt werden 2.

Die Lehrer müssen dafür ausgebildet werden. Sind hier in den ersten Jahren immer mindestens zwei Lehrer im Unterricht anwesend. Alle Arbeitsmaterialien bis hin zum Stift werden von der Schule bereitgestellt, so dass der Arbeitsprozess nicht durch fehlende Materialien gestört wird. Eine gute Arbeitsdisziplin und -ruhe ist unbedingt erforderlich. Es gibt keine Methode, die alleinig optimal ist, so müssen die Erfordernisse des Arbeitsthemas berücksichtigt werden. Dann darf man nicht vergessen, dass die Schüler hier erst ab Kl.

Damit fällt ein erheblicher Teil des leistungsdrucks weg. Auch das begünstigt m. Dagmar Bernig Sie schreiben: Modellversuche ausnahmslos positiv bewertet werden, ja fast schon wundersame Heilsmethoden suggerieren, jedenfalls sind mir Misserfolge nicht bekannt. Es wirkt so, als ob sich alle Beteiligten fieberhaft darum bemühten, dem Versuch — und mit ihm sich selbst — Erfolg zu bescheinigen. Und so kommen dann immer wieder Reformen zustande, die erst im Schulalltag ihre Schwächen und Tücken zeigen.

Dann aber werden die unfähigen und angeblich fortbildungsfaulen Lehrer für mangelhafte Erfolge verantwortlich gemacht. Frau Pfeiffer-Stolz hat in ihrem zweiten Kommentar vom 7. Jedenfalls haben mir ihre Worte eingeleuchtet: Diese ewigen Zweifel und Diskussionen bringen uns in der Entwicklung, die die Schulen unbestritten brauchen, überhaupt nicht weiter.

Es geht hier eindeutig um die Schülerin und den Schüler und nicht um die Bedürfnisse der Lehrer. Unser Gehirn lernt selbstorganisiert! Daran kann man nicht zweifeln. Auf der Basis dieser Erkenntnis muss was geschehen und es geschieht etwas, natürlich nicht alles perfekt aber besser als zuvor.

Diese Aussage zwischen den Zeilen ist höchst ärgerlich und hat leider Tradition. So verpasst man Lehrern immer wieder einen Maulkorb. Wenn sie etwas im Interesse der Schüler!!

Da fragt man sich doch, wer hier wirklich am Wohl der Schüler interessiert ist und wer nur so tut, als ob. Wer wirklich daran interessiert ist, kommt nicht umhin, die Meinung der Lehrer ernst zu nehmen anstatt diese in den Dreck zu ziehen, wenn sie nicht ins Konzept passt.

Meine Erfahrung lehrt ebenso wie Ihre, dass nur Taten und nicht leere Worte überzeugen. Diese Binsenweisheit teilt wohl jeder. Aber was sind hier Taten und was Worte? Lehrer urteilen immerhin aus alltäglicher Erfahrung mit Taten, was man nicht von jedem sagen kann.

Ausgerechnet ihnen leere Worte in ihren Zweifeln und Diskussionen zu unterstellen, ist schon ein bisschen fragwürdig. Lernen erfolgt auch viel durch Nachahmen. Das ist der Hauptunterschied. Es ist daher nicht immer das, was ein Schüler gerade braucht und was ihn gerade interessiert. Warum schreibt er das? Er wollte über diese Schiene wahrscheinlich nur noch einmal SOL empfehlen. Sie haben völlig Recht, sofawolf: Jede Verabsolutierung einer Lernmethode ist meiner Meinung nach falsch und schadet den Schülern.

Ich stimme Ihnen auch zu, dass dieser Konsens aus der Lebens- und Berufserfahrung der Pädadogen heraus getragen werden sollte. Das können auch Kinder gar nicht leisten, so dass es gar nicht darum geht, dies den Schulkindern überlassen zu wollen.

Sie können ja auch kein Kind essen machen. Ein Schulkind muss beides selbst tun. Und nun kommt die spannende Frage ins Spiel: Aber ungeachtet von notwendigen Lernzielen ist doch ein positives Arbeitsklima die Voraussetzung für selbstgewolltes Engagement. Das ist ja nicht nur eine Erkenntnis, die sich zunehmend in Betrieben durchsetzt. Kinder und ihre Lehrer funktionieren dahingehend ja nicht anders als andere Menschen. Wie lernt im Moment eigentlich ein angehender Lehrer, die beiden Variablen einzuschätzen und zu optimieren?

Und die Lehrkräfte brauchen die Zeit, diese Rückmeldungen auch auszuwerten. Welche Instrumente verwenden Sie persönlich denn dazu? Dies in allen Einzelheiten näher zu beschreiben, ist unmöglich. Alaska zurückgehen und die somit lange nach den ersten Indianern auf den amerikanischen Kontinent einwanderten.

Paläo-Eskimos und Inuit unterscheiden sich sowohl genetisch als auch in ihrer Kultur, zum Beispiel der Jagdtechnik, wesentlich. Der letzte genetische Kontakt fand also während der Zeit der Einwanderung womöglich noch in Sibirien statt. Die zwei Einwanderungswellen der jüngeren Thule-Kultur und der wesentlich älteren Prä-Dorset-Independence-Kultur sind daher klar unterscheidbar. Die modernen Inuit sind damit keine Nachfahren der Paläo-Eskimos. Spekulationen einer Vermischung von Wikingern mit der Endzeit der Dorset-Kultur stützen sich nur auf Legenden der Inuit, welche die Tunit als ältere und jüngere Gruppe darstellen.

Damit setzten sich auf den Inseln des kanadischen Archipels und im nördlichen Teil des Festlands sowie in Nordgrönland Paläo-Eskimos fest, die man wissenschaftlich dem Kulturkreis der Prä-Dorset-Eskimos bis v.

Die Paläo-Eskimos mussten unter wesentlich schwierigeren Bedingungen als ihre Nachkommen auskommen: Im engeren Küstenbereich lebende Volksgruppen jagten Robben, Walrosse und kleinere Wale mit Handharpunen, die sie von der Küste oder vom Meereseis aus schleuderten. Jahrhundert über fast Jahre andauernde Siedlungskontinuität nachgewiesen.

Ihre Behausungen zeigten einen elliptischen Grundriss und verfügten über eine zentrale, aus senkrecht aufgestellten Steinplatten errichtete Feuerstelle, die mit Treibholz, Knochen, Moschusochsenexkrementen, Moos und dem mageren Holzwerk niedriger arktischer Weiden bestückt wurde. Ungeklärt ist noch, ob Feuer mit Hilfe von Flint feuersteinen entzündet wurde oder durch das Drillen und Aneinanderreiben von Weidenstöcken mit Hilfe von Sehnen, wie dies Jahrhunderte später üblich wurde.

Auch der Mittelgang der Behausungen, zu dessen beiden Seiten sich die Schlaf- und Liegestätten befanden, bestand aus aufrechten Steinplatten. Das Dach wurde vermutlich aus Moschusochsenfellen mit Treibholzstreben und Weidengezweig hergestellt. Zur Nahrungsbeschaffung wurden offenbar Robben , Moschusochsen , Polarhasen , Polarfüchse , Schneehühner , verschiedene Gänse -, Enten - und Möwenarten gejagt und Seesaiblinge harpuniert.

Um etwa v. Im Westen und im südlichen Teil der Ostküste von Grönland entwickelte sich um etwa v. Daher wird vermutet, die Menschen der Saqqaq-Kultur seien weit im Norden über die Ellesmere-Insel nach Grönland eingewandert und dann weiter nach Süden gezogen; allerdings wird wissenschaftlich auch erwogen, die Saqqaq-Kultur könnte aus der Independence-I-Kultur hervorgegangen sein.

Gilbert von der Universität Kopenhagen entdeckte beim Untersuchen der von mütterlicher Seite weitergegebenen Mitochondrien im Haarbüschel eines vor etwa Jahren im Westen der Insel Grönland lebenden männlichen Angehörigen der frühen Saqqaq-Kultur den seltenen genetischen Marker D2a1.

Ein Datenabgleich ergab, dass dieser Marker heute offenbar nur noch bei einer Gruppe von Menschen in östlichen Teilen Sibiriens und auf den Aleuten nachzuweisen ist, die andere Gebiete in der Arktis besiedelt hat. Obwohl es sich nur um ein einziges Fallbeispiel handelt, leiten sich hieraus möglicherweise zusätzliche Aspekte zur ersten Besiedlung Grönlands ab.

So vermuten die Forscher, dass Menschen der Saqqaq-Kultur zunächst aus dem Osten Sibiriens über die Aleuten nach Alaska vordrangen und von dort weiter bis nach Grönland zogen.

Von wissenschaftlichem Interesse ist dabei auch die Feststellung, dass der Marker D2a1 weder im Erbgut von Indianern noch in dem der Menschen der Thule-Kultur und der von diesen abstammenden heutigen Inuit nachweisbar ist. Weitere Erkenntnisse darüber, woher die väterliche Linie bei der frühesten Immigration nach Grönland kam, erhoffen die Forscher sich aus der noch ausstehenden Aufschlüsselung des Kerngenoms des Haarbüschels und damit des Gewinns eines ersten vollständigen Bildes des genetischen Materials einer ausgestorbenen Menschengruppe, wobei sich durchaus herausstellen könnte, dass die väterliche Linie von einem völlig anderen Ort stammt.

Hauptnahrungsquelle dieser Küstenbewohner waren Meeressäuger. Ein Wohnrelikt an der südlichen Disko-Bucht, das aus der Zeit von etwa bis v. Als sich das Klima um v. Der Norden Grönlands war aus klimatischen Gründen vermutlich rund Jahre lang nicht besiedelt gewesen. Man nimmt heute jedoch an, dass noch vor dem Verschwinden der südgrönländischen Saqqaq-Kultur Menschen aus dem kanadischen Archipel dorthin einwanderten, deren Kultur, archäologisch gesehen, merkliche Entwicklungsfortschritte aufwies.

Möglicherweise kamen diese Menschen in engen Kontakt mit der Saqqaq-Kultur. Die ältesten Funde werden auf v. Aus der Zeit zwischen v. Tuniq , Tornit oder Tunirjuat sind vermutlich identisch mit den genannten Dorset-Menschen — wie wohl auch die Sallirmiut ; sie gelten bei den heutigen Inuit zwar als dumm, jedoch auch als so stark, dass sie mühelos gewaltige Felsblöcke versetzen und tonnenschwere Walrosse heimschleppen konnten.

Ihre Jagdmethoden waren wesentlich verbessert. Vermutlich erfanden sie das Schneehaus, Iglu. Als festes Winterdomizil diente ihnen eine halbunterirdische Behausung mit Wänden aus Felsbrocken und Grasstücken, Vorläufer des später üblichen Qarmaqs Grassodenhaus. Bemerkenswert ist, dass sich die Dorset-Kultur mit ihren stilistischen Merkmalen zwischen und n. Dazu beigetragen haben dürfte eine Klimaerwärmung in jener Zeit, die ein Siedeln im ganzen Norden, also auch in hocharktischen Regionen, ermöglichte Wikinger auf Grönland.

Als Werkzeugmaterial wurde vor allem Flint , gelegentlich aber auch je nach Vorkommen kalt gehämmertes Meteoriteneisen für Klingen und Waffenspitzen verwendet.

Menschliche Masken, die Gestaltung von Tieren vor allem von Bären und Vögeln , aber auch geschnitzte Amulette lassen vermuten, dass diese Kunst vor allem schamanischen, magischen oder auch jägerischen Ritualen diente. Vermutlich resultiert dieser kulturelle Schub aus sozioökonomischem Druck, dem die Dorset-Eskimos ausgesetzt waren. Solch die Kultur fördernder Druck konnte sowohl durch die zu jener Zeit erfolgende klimatische Erwärmung und dadurch bedingte Veränderung der traditionellen Jagdbedingungen vom Eis aus als auch durch das Eindringen neuer Volksgruppen in angestammte Gebiete entstanden sein.

Ungewöhnlich sind derartige Vermutungen keineswegs: Soziale und ökonomische Belastungen und Nöte suchen nicht selten Ventile in spirituellen , also transzendentalen Bereichen und fördern dabei die Entwicklung künstlerischer Ausdrucksmittel. Bei den verschiedenen Völkern an der amerikanischen Nordwestküste wurden ganz neue Techniken für die Jagd und den Fischfang entwickelt — Erfindungen, die auch den Lebensstil der dort verbliebenen Verwandten der Dorset-Eskimos wesentlich beeinflussten und grundlegend veränderten.

Hautbespannte Boote wie der Einmann-Kajak Inuktitut: Qajaq und der bis zu 20 Personen aufnehmende Umiaq plur. Qamutinik begünstigten das Reisen und den Transport in den Wintermonaten. Verbesserte Wohnformen in winterfesten Behausungen mit Eingangstunneln als Kältefalle förderten das Entstehen neuartigen sozialen Zusammenlebens und setzten rituelle, religiöse und künstlerische Impulse. Eine Klimaerwärmung im amerikanischen Norden in den Jahrhunderten um n. Vermutlich war diese Entwicklung verbunden mit dem Weiterziehen der Jagdbeute — zum Beispiel Moschusochsen und Karibus , die mit Pfeil und Bogen bejagt wurden, aber in den höheren Breitengraden auch Grönlandwale , Narwale und Robben.

Wie aus Inuit-Mythen hervorgeht, wurden die in jenen Gebieten ansässigen Paläo-Menschen des Dorset-Kulturkreises von den technisch überlegenen Neo-Eskimos verdrängt oder sie starben durch unbekannte Umstände aus.

Nur wenige Jahrhunderte länger hielt sie sich noch im Norden Labradors und in der Ungava-Region bis etwa n. Jahrhunderts sehr isoliert lebenden Sallirmiut dürften wohl die letzten Nachfahren der Dorset-Menschen gewesen sein. Die zweite Welle sind die direkten Vorfahren der heutigen Inuit.

Eine Periode wärmeren Klimas zwischen und n. Die vielfältigen Funde von Gebrauchsgegenständen in ihren vom Eis konservierten Winterhäusern zeigen vor allem dekorative Elemente.

Vor allem bei der künstlerischen Gestaltung von Bären lässt sich ein bemerkenswerter Unterschied zwischen Paläo- und Neo-Eskimos erkennen. Die Thule-Kunst dagegen beschränkte sich auf die Darstellung von Bärenköpfen zum Anbringen an Harpunenstricken; ob dies dekorativen oder funktionalen Zwecken diente, ist noch nicht geklärt vermutlich gilt beides.

Für diese Art von Kunst war offensichtlich kein sozioökonomischer, die Kultur fördernder Druck notwendig. Zu Beginn des Jahrhunderts kühlte sich das Klima allmählich wieder ab, was sich vor allem auf dem kanadischen Archipel und entlang der mittleren Polarmeerküste des Festlands auswirkte und auch die Aufgabe der Wikingersiedlungen in Grönland verursachte.

In der Zeit zwischen und , der so genannten Kleinen Eiszeit , herrschten im Norden Amerikas wie auch in Europa wesentlich niedrigere Temperaturen als heute — mit einem kurzzeitigen Wärmehoch um Der Einfluss dieses Temperaturrückgangs auf die von den Jagdbedingungen abhängigen Lebensverhältnisse der Thule-Menschen war erheblich. Ganze Gebiete der Hohen Arktis wurden entvölkert, teils durch Abwanderung, teils aber auch infolge des Aussterbens ganzer Bevölkerungsgruppen durch Verhungern.

In Grönland trat jedoch mit dem Auftauchen der ersten Walfangschiffe zu Anfang des Jahrhunderts schlagartig eine Änderung ein: In den folgenden Jahren kreuzten jährlich bis zu Im Gefolge der neu entstehenden Handelsbeziehungen intensivierten sich auch die zwischenmenschlichen Beziehungen, und so hatten schon nach wenigen Generationen die meisten Inuit keine rein indigene Abstammung mehr.

Bei den Inuit hat sich zwar die Thule-Tradition mit Einschränkungen erhalten, doch verschlechterten sich im kanadischen Norden die Überlebensbedingungen im Vergleich mit denen ihrer Vorfahren zu Beginn des 2.

Die technischen Standards und die Art, sich künstlerisch auszudrücken um diesen wichtigen Kultur-Parameter heranzuziehen entwickelten sich rückläufig. So sind zum Beispiel Schnitz- und Dekorationsarbeiten seltener geworden und deutlich weniger differenziert. Durch Klimawandel bedingt verschob sich das Vorkommen jagdbarer Tiere, und die damit veränderte Nahrungssuche führte dazu, dass die in den Wintermonaten bislang relativ sesshafte Lebensweise aufgegeben werden musste.

Allerdings hatten solche Kontakte verheerende Folgen für die Inuit: Seit Beginn des Grönland wurde immer häufiger von Forschungsexpeditionen besucht und erkundet zum Beispiel Alfred Wegener —; Thule-Expeditionen von Knud Rasmussen — Tiere wurden nun von den Inuit nicht mehr in erster Linie gejagt, um Nahrung und Kleidung für das Überleben in der Arktis zu gewinnen.

Jetzt beherrschte das Beschaffen von Tauschhandelsgütern für die Märkte im Süden und in Europa, vor allem von Polarfuchspelzen , aber auch von anderen Fellen und von Elfenbeinzähnen der Walrosse und Narwale, den Alltag der Inuit.

Um die Jäger und Fallensteller an die Handelsposten zu binden, wurden den Inuit leihweise Fallen überlassen und Kredite gewährt.

Vor allem diese neuartige Abhängigkeit von anderen Menschen stellte die Ureinwohner des Landes auf eine vollkommen andersartige, ihnen vollkommen neue Lebensbasis und veränderte ihre traditionelle Kultur. Die gesellschaftliche Grundstruktur der kanadischen Inuit bestand im Eine derart solidargemeinschaftliche Gesellschaftsstruktur, die den einzelnen Familien autarkes Handeln zubilligte, trug in Zeiten verminderten Nahrungsangebots wesentlich dazu bei, die Überlebenschancen zu erhöhen.

Die Jagdbeute lieferte eine ausgewogene Ernährung und nahezu alle wesentlichen Rohstoffe für Kleidung, für Wohnung, Haushalt und Heizung, für Boots- und Schlittenbau, Jagdwaffen, Spielzeug und künstlerische Gegenstände.

Ausgesuchte und entsprechend zugerichtete Felsmaterialien dienten zur Herstellung von nur wenigen, allerdings wichtigen Gegenständen: Dagegen spielten pflanzliche Rohstoffe nur eine untergeordnete Rolle. Holz war in der Arktis nur selten verfügbar; allenfalls als gelegentliches Treibholz. Beeren wurden im Spätsommer intensiv gesammelt; als Vitaminquelle waren sie jedoch bei weitem nicht ausreichend, weshalb der hauptsächliche Vitaminbedarf durch den Verzehr von roher tierischer Nahrung — Maktaaq Walschwarte , Fleisch und Fisch — gedeckt wurde.

Wichtiges Prinzip aller Hauskonstruktionen, seien es Iglu- oder Winterhausbau, waren tiefer liegende Eingangstunnel, wodurch der innere Wohnbereich höher lag und die schwerere Kaltluft weniger leicht in den Wohnraum eindringen konnte Windfang und Kältefalle. Innerhalb des Iglus gespielte Fadenspiele hatten sowohl die Aufgabe der Vorbereitung auf den geschickten Umgang mit Nähzeug oder den zur Jagd benötigten Harpunenleinen , als auch zum Teil eine rituelle Bedeutung.

Die Mädchen der Chugacheskimos spielten es vorzugsweise im Herbst, weil man glaubte, damit die Strahlen der Herbstsonne einweben zu können und den Winterbeginn hinauszuzögern. Die Entstehung der Geflechtfiguren wurde oft durch Reime oder Lieder begleitet, in denen Geschichten, Märchen und Legenden erzählt wurden. Charakteristisch war auch eine an der Innenschicht befestigte Kapuze, die das Austreten von Warmluft am Hals verhinderte.

Damals seien die Inuit sehr viel umhergezogen. Abhängig von den nach alter Tradition bis zu sechzehn verschiedenen Jahreszeiten seien sie den Wanderungen der von ihnen für Nahrung und Kleidung gejagten Tiere gefolgt. Sie hätten ihre Lager daher immer wieder an andere Plätze verlegen müssen und dabei ganz bestimmte Gewohnheiten über Generationen genau eingehalten.

Um die Wende zum Jahrhundert wohnten die Inuit-Familien während des Sommers noch überwiegend in Tierhautzelten. Das Zeltinnere wurde nach alter, auch heute noch gepflegter Tradition in den hinteren, meist durch Fellunterlagen erhöhten, Schlafsektor und den vorderen Wohn- und Kochsektor eingeteilt.

Denn sie hatte die Feuerung von ihrem Lager aus zu überwachen und zu bedienen. Inzwischen ist an die Stelle des Qulliq längst ein in der ganzen Arktis gebräuchliches modernes Industrieprodukt getreten, der leicht zu transportierende, mit Benzin und Naphtha betriebene Coleman -Kocher. In den wenigen Sommermonaten wurden die Mündungen von Flüssen als Platz für das Lager bevorzugt, weil es dort zum Beispiel an extra dafür angelegten künstlichen Fischwehren am ehesten möglich war, den vor allen anderen Fischarten bevorzugten Seesaibling zu fangen und die Eier von Seevögeln zu sammeln.

Die Winterzeit verbrachte man in einzelnen oder durch Tunnel miteinander verbundenen Iglus. Diese Schneehäuser, zu deren Aufbau man auf Schnee einer ganz bestimmten Konsistenz angewiesen war, erhielten im Prinzip die gleiche Einteilung wie die Zelte.

Wichtiges Element war ein gegenüber dem inneren Wohnbereich tiefer gelegter Eingangstunnel, der als Windfang und Kältefalle diente, um die schwerere Kaltluft weniger leicht in den Wohnraum eindringen zu lassen.

Als zusätzlicher Schutz vor der Kälte wurde der Schlafbereich überdies durch eine Schneeunterlage höher als der Wohnsektor gelegt. Zuweilen haben sich Familien, die ihren Standort das Jahr über nicht wechseln, sondern in dauerhaften Lagern leben wollten, ein halb unterirdisches Haus aus Felsblöcken, Walknochen, Fellen und Grasabstichen gebaut, das sog.

Man verbrachte den Winter im Qarmaq, während man für die sommerlichen Tage das luftigere Zelt bevorzugte. Gegenseitige Besuche zwischen an unterschiedlichen Jagdplätzen heimischen Gruppen dienten zwar auch dem Berichten von Erfahrungen und Neuigkeiten, doch galten sie in erster Linie dem Austausch von Nahrung aus verschiedenen Quellen. In den Jahren zwischen und haben sich Kultur und Lebensweise der kanadischen Inuit, die zuvor keinerlei monetäres System kannten, grundlegend verändert.

Völlige Selbständigkeit und Unabhängigkeit waren in weitgehende Abhängigkeit von nahezu allen Gütern westlicher Industrienationen umgeschlagen: Wesentlich hat hierzu beigetragen, dass sie als Jäger und Fallensteller nur eine geringe Produktivität entwickeln konnten, der die ihnen oktroyierte neue Lebensweise finanziell nicht deckte; ihre aus der Jagdbeute gewonnenen Produkte unterlagen überdies viel zu sehr konjunkturellen und modischen Schwankungen, von Artenschutz- und Umweltproblemen ganz abgesehen.

Die späten er Jahre sind durch solchen Umbruch besonders gekennzeichnet. Die Übergangsschwierigkeiten wurden noch dadurch gesteigert, dass zum Beispiel über die Kivalliq -Region Ende der vierziger Jahre wegen des Auftretens schwerer Infektionskrankheiten wie Kinderlähmung eine Quarantäne verhängt werden musste, und dass zur selben Zeit der Karibubestand westlich der Hudson Bay nahezu völlig zugrunde ging und somit die dort lebenden Inuit ihre Ernährungsgrundlage verloren.

Eine nicht unwesentliche Rolle spielte auch die zunehmende Bedrohung der meist noch in Lagern Lebenden durch Tuberkulose ; viele daran Erkrankte mussten in Sanatorien im Süden untergebracht werden. Viele Inuit bemühten sich, ihr traditionelles Leben in den angestammten Gebieten unter Anpassung an die neuen Lebensbedingungen fortzusetzen.

Dennoch wurden sie immer mehr von staatlicher Sozialhilfe abhängig. Waren die Interessen des kanadischen Staates an den Nordgebieten in der ersten Jahrhunderthälfte überwiegend wissenschaftlicher Art, so entstanden zu Beginn der fünfziger Jahre drei neue Schwerpunkte: Militärische Sicherheitsbedürfnisse, das Entdecken wichtiger natürlicher Ressourcen für wirtschaftliche Belange und zunehmende Sensibilität für die besonderen Belange der Inuit.

Sie verstärkten die Notwendigkeit zur Ausübung staatlicher Hoheitsrechte. Die Inuit bewohnen seither im Süden Kanadas vorgefertigte, wegen des Permafrosts auf Stelzen errichtete Siedlungshäuser. Diese Häuser werden mit Ölöfen beheizt jedes Haus mit Heizölvorratstank.

Frischwasser wird mit dem Tanklastwagen gebracht, und das verbrauchte Wasser wird ebenfalls mit Tanklastern abtransportiert. Das TV-Gerät läuft fast rund um die Uhr. Die Kindheit der Inuit war in der 1. Jahrhunderts noch sehr kurz. Vor allem die Mädchen wurden früh verheiratet. Bevor die christlichen Missionare gekommen waren, bestimmten meistens die Familien darüber, welche Kinder Mann und Frau werden sollten. Heiraten dienten oft dazu, das Band zwischen zwei Familien zu festigen, und Mädchen hatten traditionell keinerlei Einfluss auf die Partnerwahl.

Die Heirat fand generell ohne jegliche Zeremonie statt wie übrigens auch Geburtstage.

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Ich möchte dies trotzdem nochmals unterstreichen. Ist in den Fällen, wo die Aufnahme oder die Fortsetzung des Aufenthalts versagt werden darf, die Pflicht zur Übernahme der Fürsorge zwischen verschiedenen Gemeinden eines und desselben Bundesstaates streitig, so erfolgt die Entscheidung nach den Landesgesetzen.

Closed On:

Mit den Deutsch-LehrerInnen war nur sehr schwer Kontakt aufzunehmen.

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